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Innoloft & Euroforum Startup des Monats März: Famedly GmbH

01.03.2021EnergieFamedly: dezentrale Plattform für medizinische Zusammenarbeit

Wie entsteht gute medizinische Versorgung? Und kann die Digitalisierung wirklich dabei helfen? Jede Sekunde werden neue Gesundheitsdaten generiert. Um eine optimale Patientenversorgung zu gewährleisten, müssen diese Daten sicher und effizient ausgetauscht werden. Das Startup der Woche ist Famedly. Mit ihrer Plattform gelingt der Datenaustausch schneller. CEO Phillipp Kurtz hat uns im heutigen Interview mehr über ihre Mission verraten.

Hallo Phillipp! Danke, dass du dir heute die Zeit nimmst! Erkläre unseren Lesern doch kurz, was Famedly ist.

Gerne! Famedly ist eine umfassende medizinische Kollaborationsplattform, die als eine einzige dezentrale Anwendung bereitgestellt wird und die Art und Weise der Zusammenarbeit und des Datenaustauschs in der Gesundheitsbranche grundlegend verändert.

Wie muss man sich das vorstellen?

Famedly ist sowohl ein Produkt als auch eine Plattform. Es ist insofern ein Produkt, als es eine einzige dezentrale Anwendung für die medizinische Zusammenarbeit (engl. Care Team Collaboration) ist, die man kaufen und benutzen kann. Es ist zudem eine Plattform und ein Framework, in dem eine unbegrenzte Anzahl zusätzlicher medizinscher Anwendungsfälle abgebildet werden können. Dafür sorgen flexible Schnittstellen und Bots. Medizinische Leistungserbringer verfügen direkt über ein voll funktionsfähiges, sofort einsatzbereites Produkt, aber sie sind in der Erweiterung und Integration mit anderen Systemen nicht eingeschränkt.

Mit der chatbasierten Anwendung geben medizinische Versorger ihren Angestellten einen klassischen, datenschutzkonformen Messenger an die Hand. Die Funktion des Messengers wird durch flexible Rollenkonzepte (bspw. für Dienstärzte etc.) und intersektorale, (teil-)automatisierte Prozesse (bspw. Entlassmanagement) zu einer Kollaborationslösung ergänzt. Diese erweiterten Funktionen werden über ein Administrationspanel verwaltet. Famedly verarbeitet dabei alle Prozesse und relevanten Ereignisse in Echtzeit. Die dezentrale Architektur und flexible, offene Schnittstellen ermöglichen sowohl das Einbinden von lokal verfügbarer Software und Geräten als auch von in der Cloud verfügbaren Digital Health Lösungen. So entsteht eine umfassende Care Team Collaboration Plattform.

Das klingt nach einem spannenden Weg zur Digitalisierung des Gesundheitssektors! Mit dem Ziel, zu digitalisieren gehen ja viele Startups ins Rennen. Was macht ihr anders?

Famedly verkürzt Prozesse durch höhere Effizienz in allen Bereichen der medizinischen Versorgung. Zum ersten Mal können Versorger in einer einzigen Plattform zusammenarbeiten. Gute Medizin entsteht durch gute Kommunikation und Teamarbeit, daher bündelt Famedly sämtliche Kommunikationskanäle und stellt sicher, dass die richtigen Informationen bei den richtigen Ansprechpartnern landen. Gesundheitsteams haben mit einer einzigen vertrauenswürdigen Informationsquelle vollständige Transparenz über die gesamte Patientjourney, was das Risiko vermeidbarer Fehler vermindert und die Versorgung verbessert.

Im Gegensatz zu sämtlichen Wettbewerbern verfolgt Famedly technologisch einen dezentralen Ansatz und bietet somit absolute Datenhoheit für jede teilnehmende Einrichtung. Die von Famedly verwendeten Open Source Technologien bieten ein so hohes Maß an Datensicherheit, dass sie auch von der französischen Regierung und der deutschen Bundeswehr eingesetzt werden. So erfüllt Famedly alle Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz und bietet Versorgern leistungsstarke Funktionen, die es ermöglichen sämtliche Prozesse zu automatisieren. Mit Famedly verlangsamt Sicherheit und Datenschutz nicht mehr den digitalen Fortschritt in der Medizin, sondern bietet die Plattform für eine reibungslosen digitalen Wandel.

Du hast vorhin gesagt, Famedly sei Plattform und Produkt gleichzeitig. Wie spiegelt sich das in eurem Geschäftsmodell wider?

Famedly bietet sein Produkt (Care Team Collaboration Tool) als Software-as-a-Service-Lösung an. Im klassischen Freemium-Modell sind dabei kleine Einrichtungen kostenfrei. Die Preise für größere Einrichtungen starten ab 19,90 € zzgl. Mwst. im Einführungszeitraum. Eine On-Premise Installation ist ebenfalls möglich. Für diese muss der Aufwand individuell bewertet werden. Über das Kernprodukt hinaus bietet Famedly Schulungen von Mitarbeitern in der Benutzung der Software an.

Zugänge zur gerade entstehenden Care Team Collaboration Platform für Digital Health Anbieter und IoMT Lösungen werden individuell verhandelt.

Eure Plattform zielt auf den Gesundheitssektor ab. Schränkt ihr das noch weiter ein?

Nein. Wir adressieren mit unserem Produkt sämtliche medizinischen Leistungserbringer. Das sind Pflegedienste und -heime, Arzt- und Therapeutenpraxen, Apotheken und vor allem Krankenhäuser. Mit unserer Plattform richten wir uns zusätzlich an Technologie-Anbieter aus den Bereichen Digital Health und Internet of Medical Things (IoMT) sowie Krankenkassen und Pharma-Unternehmen.

Das Produkt selbst, das Care Team Collaboration Tool, ist im kleinen Markt für Clinical Communications and Collaboration angesiedelt. Das Marktvolumen umfasste ca. 549 Mio. US-$ im Jahrah 2017. Über die Plattform jedoch werden Produkte und Services aus dem Internet of Medical Things Markt (IoMT, 41 Mrd. US-$ in 2017) und dem Digital Health Markt (95 Mrd. US-$ in 2018) angebunden. So können langfristig relevante Anteile dieser Märkte erreicht werden.

In welcher Entwicklungsphase befindet ihr euch gerade?

Nachdem Famedly im vergangenen Jahr bis Anfang des Jahres ein Pilotprojekt mit einem minimal funktionsfähigen Produkt (MVP) durchgeführt hat, starten aktuell die ersten Kunden mit der ersten stabilen Version unseres Care Team Collaboration Tools in den Regelbetrieb. Enthalten sind vollständige Messaging-Funktionen mit vollwertiger Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, rollen- und uhrzeitbasiertes Routing von Informationen, dezentrale, intersektorale Vernetzung von Gesundheitsversorgern sowie Aufgabenmanagemenet und erste Prozess-Automatisierungstools. Zusätzlich befinden sich die Gespräche zu größeren Projekten mit renommierten Kliniken und Pflegeeinrichtungen in der heißen Phase. Wir hoffen, dass wir in der nahen Zukunft hier weitere Ankündigungen werden machen können.
Technisch ist der nächste große Meilenstein die Anbindung an die Primärsysteme (Klinikinformationssysteme und Praxisverwaltungssysteme). Ansonsten ist der nächste große Schritt der Abschluss einer ersten Investmentrunde.

Phillipp, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg mit der Weiterentwicklung von Famedly und der Investmentrunde.
Ihr wollt mehr über Famedly erfahren? Schaut euch auf dem entsprechenden Innoloft Profil um!


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