Stellungnahme zum Coronavirus

Über 90 Prozent der Personaler halten Soft Skills für ebenso wichtig, oder wichtiger als Hard Skills. Das geht aus dem neuen Global Talent Trends Report von Linkedin hervor.

Doch was sind Soft und Hard Skills und wie unterscheiden Sie sich?


Soft Skills (deutsch: weiche Faktoren) sind Kompetenzen, die über die fachlichen Fähigkeiten hinaus gehen und auf die Persönlichkeit zurückzuführen sind. Unterteilt werden sie in drei Rubriken und bestimmen neben den Hard Skills berufliche und private Erfolge.

Persönliche Kompetenzen sind auf die eigene Persönlichkeit bezogen und spiegeln sich in Themen wie Selbstvertrauen, Selbstbeobachtung und Selbstdisziplin wider. Doch man muss sich immer vor Augen halten, dass auch diese Faktoren einen großen Einfluss auf unser Umfeld haben. Auch wenn sie auf die eigene Person bezogen sind, werden sie von unserem Mitmenschen wahrgenommen und gewertet.

Soziale Kompetenzen setzten eine Interaktion voraus und gehören zu den interpersonellen Eigenschaften.  Im Alltag zählen somit alle Situationen die eine Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen oder sonstiges aus dem interpersonellen Milieu voraussetzten, zu dieser Kompetenz. Schon an diesem Punkt macht sich bemerkbar, dass die Kompetenzen untereinander interagieren. Persönliche Kompetenzen spiegeln sich in den sozialen Kompetenzen wider und haben Auswirkungen auf die Funktionalität.  Habe ich zum Beispiel nur ein geringes Maß an Selbstvertrauen, fällt es mir schwer, mir in einer Gruppe von Menschen Gehör zu verschaffen.

Methodische Kompetenzen setzten die Fähigkeit der Weiterbildung voraus. Sich an Probleme heranzuwagen und diese strukturiert lösen zu können ist die Devise. Nicht nur das Ergebnis in seiner selbst ist relevant, sondern ebenfalls der Prozess spielt eine große Rolle. Somit werden auch die Motivation, Effizienz und Präsentationstechniken gewichtet.  Auch hier ist wieder der enge Zusammenhang zwischen den verschiedenen Kompetenzen ersichtlich. Nur mit einer gewissen persönlichen Kompetenz schafft man es, zum Beispiel in einer Präsentation, die Mitmenschen in der sozialen Kompetenz an sich zu binden und zu begeistern.

Die drei Methodiken basieren auf einer gewissen emotionalen Intelligenz, welche die betroffenen mitbringen müssen. Diese definiert sich über die Fähigkeit, die eigenen Gefühlen und die der Mitmenschen zu erkennen und darauf entsprechend zu reagieren. Jedoch ist dieser Prozess keine einseitige Fahrt, sondern ist vielmehr eine Wechselwirkung. Je höher die emotionale Intelligenz, desto besser funktioniert der Umgang mit den drei Kompetenzen. Andersrum verfeinern Sie auch mit der stetigen Verbesserung der Kompetenzen Ihre emotionale Intelligenz.

Hard Skills sind hingegen sehr genau definiert und erwecken eher einen trockenen, emotionslosen und leidenschaftslosen Eindruck. Es sind die eigenen fachlichen Fähigkeiten, welche Sie im Laufe Ihrer Berufs- und Hochschulausbildung erworben haben. Hierzu müssen im Beruf erlernte fachliche Fähigkeiten hinzugezogen werden.

LinkedIn hat zu diesem Thema den Global Talent Trends Report erstellt. Sie befragten 5.000 Personalverantwortliche in 35 Ländern und sie kamen zu folgendem Ergebnis: Neun von Zehn Personalverantwortliche stellen Soft Skills gleich, beziehungsweise über Hard Skills. Besonders wichtig sind dabei Kreativität, Überzeugungskraft, Teamarbeit, Flexibilität und Zeitmanagement.

Basierend auf den obenstehenden Definitionen hat diese Studie eine große Auswirkung auf die zukünftige Arbeitswelt und verzeichnet für uns eine positive Entwicklung. Natürlich wird der Bewerbungsprozess im ersten Schritt auf Papier geführt und eine gewisse Vorauswahl wird getroffen, basierend auf den im Lebenslauf stehenden Qualifikationen. Jedoch zeigt die Studie, dass der folgende menschliche Kontakt eine immer größer werdende Gewichtung aufweist.

Nun kommen wir also zum letzten und wichtigsten Unterschied. Für erlernte Soft Skills erhalten Sie keine Zertifikate, Zeugnisse, oder Bescheinigungen. Dies macht den ganzen Prozess zu einer subjektiven Wahrnehmung eines jeden Einzelnen. Jedoch nicht die Ihrer selbst, sondern die Ihres Gegenübers. So undurchsichtig das ganze Thema Soft Skills dadurch wird, bietet es Ihnen dennoch mindestens genauso viel Raum zum üben, probieren, reflektieren und lernen.

Kann ich Soft Skills erlernen?

Basierend auf den obenstehenden Definitionen von emotionaler Intelligenz, methodischen Kompetenzen, sozialen Kompetenzen und persönlichen Kompetenzen kann man Soft Skills erlernen. Sie müssen also den ersten Schritt der Selbstreflexion einleiten, um Ihr Level an Softskills zu verbessern. Was kann ich und was möchte ich erreichen? Initiative und Motivation sind der Schlüssel zum Erfolg. Machen Sie sich Ihre Stärken und Schwächen gleichermaßen bewusst, um im Nachgang an Ihren Defiziten arbeiten zu können. Eine Liste ist in diesem Falle sehr hilfreich und zeigt Ihnen auf, woran Sie arbeiten können und was sie verbessern wollen. Ab diesem Punkt gibt es leider kein Best Practice Beispiel mehr und wir empfehlen Ihnen, sich nach eigenem Ermessen weiterzubilden. Jeder hat seine persönlichen Stärken/Schwächen und ebenfalls die Lernmethodik ist unterschiedlich. Lesen Sie sich in das entsprechende Thema ein und versuchen Sie passende Seminare für sich zu finden. Bleiben Sie am Ball, denn Softskills aktiv im Alltag zu etablieren ist ein langfristiger Prozess. Sie lernen nicht für eine Klausur, sondern wollen an Ihrer Persönlichkeit arbeiten und Gewohnheiten, die Sie höchstwahrscheinlich seit Jahrzehnten praktizieren, anpassen.

Statistisch gesehen sind die wichtigsten Soft Skills für Arbeitgeber:(https://de.statista.com/statistik/daten/studie/298199/umfrage/erwartungen-von-unternehmen-an-berufseinsteiger-im-bereich-soft-skills/):

  1. Motivation
  2. Verantwortungsbewusstsein
  3. Kommunikationsfähigkeit
  4. Teamfähigkeit
  5. Selbstmanagement
  6. Persönliches Auftreten
  7. Zeitmanagement
  8. Organisationsfähigkeit
  9. Kritikfähigkeit
  10. Konfliktverhalten